Alltagstipps 

Hier sind praxisnahe Alltagstipps für Dialysepatientinnen und -patienten, übersichtlich nach Lebensbereichen gegliedert. Sie sind allgemein gehalten und können natürlich je nach ärztlicher Vorgabe variieren.

Gesundheit & Dialysealltag

 

  • Dialysetermine fest einplanen und als feste Routine behandeln – das gibt Sicherheit.

  • Gewicht täglich kontrollieren, am besten immer zur gleichen Uhrzeit.

  • Shunt/Fistel gut pflegen: sauber halten, nicht abschnüren, keine Blutdruckmessung oder Blutabnahme am Shunt-Arm.

  • Warnzeichen (Rötung, Schmerzen, Fieber, ungewöhnliche Schwellungen) sofort melden.

  • Medikamente genau nach Plan einnehmen, nichts eigenständig absetzen.

 

Ernährung & Trinken

 

  • Flüssigkeitsmenge einhalten – kleine Schlucke, Eiswürfel lutschen oder Mund ausspülen hilft gegen Durst.

  • Auf kalium- und phosphatarme Ernährung achten (z. B. Vorsicht bei Bananen, Nüssen, Cola).

  • Eiweißzufuhr mit dem Behandlungsteam abstimmen – oft ist sie besonders wichtig.

  • Fertigprodukte meiden → sie enthalten häufig versteckte Salze und Phosphate.

  • Ernährungstagebuch führen, besonders am Anfang.

 

Bewegung & Energie

 

  • Regelmäßige leichte Bewegung (Spaziergänge, sanftes Training) steigert Wohlbefinden und Kreislauf.

  • An dialysefreien Tagen aktiv sein, an Dialysetagen Pausen einplanen.

  • Auf Körpersignale hören – Müdigkeit ist kein Versagen.

 

Psyche & Wohlbefinden

 

  • Gefühle ernst nehmen: Frust, Angst oder Traurigkeit sind normal und erlaubt.

  • Gespräche mit Familie, Freunden oder Selbsthilfegruppen können entlasten.

  • Kleine Rituale im Alltag schaffen Struktur und Kontrolle.

  • Bei anhaltender Niedergeschlagenheit professionelle Hilfe annehmen.

 

Alltag, Arbeit & Reisen

Soziales & Selbstfürsorge

  • Regelmäßige leichte Bewegung (Spaziergänge, sanftes Training) steigert Wohlbefinden und Kreislauf.

  • An dialysefreien Tagen aktiv sein, an Dialysetagen Pausen einplanen.

  • Auf Körpersignale hören – Müdigkeit ist kein Versagen.

  • Hilfe annehmen – Dialyse ist kein „Alleinkampf“.
  • Sich selbst nicht nur als „Patient“ sehen: Hobbys und Freude pflegen.
  • Kleine Erfolge bewusst wahrnehmen.

Hämodialyse (HD) – Alltagstipps

Peritonealdialyse (PD) – Alltagstipps

Dialyse & Organisation

  • Dialysetermine fest in den Wochenrhythmus einbauen.

  • Pünktlich erscheinen, damit die volle Dialysezeit genutzt wird.

  • Bequeme Kleidung tragen, die den Shunt/Fistelarm frei lässt.

  • Für die Dialysezeit etwas zum Lesen, Hören oder Entspannen mitnehmen.

Shunt / Gefäßzugang

  • Täglich kontrollieren: Brummen/Schwirren muss spürbar sein.

  • Shuntarm schonen:
    ❌ keine Blutdruckmessung
    ❌ keine Blutabnahme
    ❌ nichts Schweres tragen

  • Keine einengenden Uhren, Armbänder oder Kleidung.

  • Bei Rötung, Schmerzen, Wärme oder Blutung sofort melden.

Flüssigkeit & Gewicht

  • Tägliches Wiegen zur gleichen Zeit.

  • Trinkmenge streng einhalten – Gewichtszunahme zwischen den Dialysen möglichst gering halten.

  • Gegen Durst: Eiswürfel, kalte Mundspülung, Kaugummi (zuckerfrei).

Ernährung

  • Kaliumreiche Lebensmittel begrenzen (z. B. Banane, Tomaten, Trockenobst).

  • Phosphatreiche Lebensmittel und Cola meiden.

  • Eiweißzufuhr meist erhöht nötig – individuell absprechen.

  • Salzarm essen, um Durst zu reduzieren.

Nach der Dialyse

  • Müdigkeit ist häufig → Ruhe einplanen.

  • Langsam aufstehen (Schwindel vermeiden).

  • Leichte Bewegung an dialysefreien Tagen fördert den Kreislauf.

Hygiene & Technik

  • Strikte Hygiene bei jedem Beutelwechsel (Hände, Maske, sauberer Raum).

  • Wechsel immer nach dem gleichen Ablauf durchführen.

  • Katheteraustrittsstelle täglich pflegen und kontrollieren.

  • Bei trüber Dialyseflüssigkeit, Bauchschmerzen oder Fieber → sofort handeln (Peritonitis-Verdacht!).

Alltag & Flexibilität

  • Wechselzeiten gut in den Tagesablauf integrieren.

  • Vorräte an Dialyselösung regelmäßig prüfen und rechtzeitig nachbestellen.

  • Bei APD (nächtliche Dialyse): abends genug Zeit einplanen, Technik prüfen.

Ernährung & Trinken

  • Meist mehr Trinkfreiheit als bei HD – trotzdem Vorgaben einhalten.

  • Eiweißbedarf oft erhöht (Eiweißverluste über das Bauchfell).

  • Auf Gewichtszunahme achten (Zucker in der Dialyselösung).

  • Salz- und phosphatbewusst essen.

Bewegung & Körpergefühl

  • Leichte bis moderate Bewegung gut möglich.

  • Vorsicht bei schwerem Heben (Bruchgefahr).

  • Bequeme Kleidung, die den Katheter nicht reizt.

Reisen & Mobilität

  • PD ist gut reisefähig – Lieferung der Dialyseflüssigkeit vorab organisieren.

  • Notfallnummern und Material immer griffbereit haben.

Für beide Dialyseformen wichtig

 

  • Medikamente regelmäßig und korrekt einnehmen.

  • Impfungen und Kontrolltermine wahrnehmen.

  • Psychische Belastung ernst nehmen – Unterstützung suchen.

  • Fragen stellen: Niemand erwartet, dass man alles sofort weiß.